Fragen & Antworten

1. Allgemeines

Im Allgemeinen sind Sondennahrungen auf 1500 bis 1800 Kilokalorien pro Tag ausgelegt, da ab dieser Kalorienmenge der Bedarf an Nährstoffen, wie Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett, Vitaminen und Mineralstoffen gedeckt werden kann. Allerdings ist davor zu warnen, Patienten Pauschalmengen zu verordnen, da individuelle Faktoren wie Größe, Alter, Ernährungszustand, Krankheit usw. berücksichtigt werden müssen. Gründlichkeit in der Energiebedarfsfestlegung ist wichtig und für den langfristigen Ernährungszustand des Patienten ausschlaggebend.

Dies ist individuell unterschiedlich und hängt von dem ermittelten Flüssigkeitsbedarf pro Tag und der Art und Menge der verabreichten Sondennahrung ab. Das heißt, diese beiden Größen müssen bestimmt werden, um die zusätzlich zu verabreichende Menge an Flüssigkeit berechnen zu können.

Der tägliche Bedarf an Flüssigkeit liegt zwischen 30 und 40 ml pro Kilogramm Körpergewicht (70 kg entsprechen 2100 ml bis 2800 ml). Zusätzliche Verluste wie z.B. durch starkes Schwitzen bedeuten einen Mehrbedarf. Der Wassergehalt der Sondennahrung ist auf der Verpackung angegeben. Die Berechnung finden Sie hier an einem Beispiel erläutert:

  1. täglicher Flüssigkeitsbedarf: 2,5 Liter
  2. gewählte Standardnahrung enthält 80% Wasser
  3. verabreichte Menge der Sondennahrung: 2000 ml pro Tag

Hieraus ergibt sich eine Flüssigkeitsaufnahme mit der Sondennahrung von 1600 ml pro Tag. In diesem Beispiel sollten mindestens noch ca. 900 ml zusätzliche Flüssigkeit gegeben werden, um den Flüssigkeitsbedarf von 2,5 Litern abzudecken.

Ideal geeignet sind Mineralwässer ohne Kohlensäure und abgekochtes und abgekühltes Leitungswasser. Geeignet sind Kamillentee, Fencheltee, Nieren- und Blasentee. Nicht geeignet sind alle Früchtetees, Fruchtsäfte und andere säurehaltige Getränke, da sie das Ausflocken des Eiweißes in der Sondennahrung bewirken und damit unter Umständen die Sonde verstopfen können.

Folgendes ist bei der Medikamentenverabreichung zu beachten:

  1. Packungsbeilage beachten
  2. Verabreichungsform beachten (z. B. Tabletten, Dragees, Kapseln, Säfte)
  3. Wirkzeiträume der Medikamente berücksichtigen
  4. Zeitpunkt der Einnahme (z. B. nüchtern) beachten
  5. Medikamente einzeln, nacheinander verabreichen
  6. Feste Medikamente fein mörsern und mit reichlich Wasser mischen
  7. Vor und nach jedem Medikament mit 30 ml Flüssigkeit spülen

Die einzige Ausnahme sind Retardmedikamente: Diese dürfen nicht in ihrer ursprünglichen Form verändert werden, da der Retardeffekt (Wirkung tritt verzögert ein) dadurch zerstört würde.

Die Medikamentengabe sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Medikamente sollten niemals mit Sondennahrung vermischt verabreicht werden!

2. Produkteigenschaften

3. Tägliche Verwendung

Alle DOLPINA-Sondennahrungen lassen sich auf ca. 60 Grad Celsius erwärmen und auf 4-8 Grad Celsius abkühlen. Sondennahrung sollte allerdings bei Zimmertemperatur verabreicht werden.

DOLPINA-Sondennahrungen werden am besten trocken, dunkel und bei Zimmertemperatur gelagert. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen unter 4 Grad Celsius sind zu vermeiden.

Angebrochene Sondennahrungsgebinde sollten verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht werden. Nach Ablauf von 24 Stunden sind angebrochene Verpackungen zu verwerfen. 

Original verpackte DOLPINA-Sondennahrungen werden am besten trocken, dunkel und bei Zimmertemperatur gelagert. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen unter 4 Grad Celsius sind zu vermeiden.

Sondennahrung kann auch während der Nacht verabreicht werden. Grundsätzlich sollte jedoch versucht werden, nachts eine Ernährungspause einzuhalten. Ist bei einer Nahrungspause die Zufuhr der täglich notwendigen Energie nicht mehr gewährleistet, z.B. weil der Betroffene nur eine geringe Flußrate verträgt, gleichzeitig aber viel Energie benötigt, muss man bewusst für oder gegen eine Nahrungspause mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen abwägen. Ausschlaggebend für die Dauer der Nahrungspause sind die zu verabreichende tägliche Kalorienmenge sowie die Flussrate bei der Nahrungszufuhr. In der Regel ist eine ausreichende Energieversorgung über den Tag (ca. 6.00 - 22.00 Uhr) möglich.

Zur Absicherung des Therapieverlaufs sollte in jedem Fall eine ärztliche Beteiligung erfolgen.

4. Komplikationsmanagement

  Bei Diarrhoe sollten Sie sofort Ihren Arzt informieren!

Nahrung wird zu schnell verabreicht.
Nahrung langsam einschleichen; bestehende Flußrate herabsetzen.

Nahrung wurde als Bolus in zu großen Mengen auf einmal gegeben.
Nahrung kontinuierlich verabreichen. Grundsätzlich kontinuierlich verabreichen, wenn die Sonde im Dünndarm liegt.

Bestimmte Fette werden nicht verdaut.
Nahrung mit leicht verdaulichen Fetten verwenden, wie z.B. DOLPINA ENERGY PROTEIN MCT.

Nahrung wird zu kalt verabreicht.
Nahrung mindestens bei Zimmertemperatur verabreichen, evt. leicht erwärmen.

Kontamination der Nahrung oder der Überleitungsgeräte
Geöffnete Nahrungsbehälter, die nicht sofort gebraucht werden, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 24 Stunden verbrauchen. Überleitungsgeräte alle 24 Stunden wechseln.

Medikamentengabe, z.B. Antibiotikum
Arzt informieren; evtl. muss ein Medikament gegen Durchfall eingenommen werden.

   Bei Erbrechen Nahrungszufuhr sofort stoppen! Arzt informieren!

Physisch bedingte Veränderungen
Arzt informieren. Ursache feststellen lassen.

Kontamination der Nahrung oder der Überleitungsgeräte
Geöffnete Nahrungsbehälter, die nicht sofort gebraucht werden, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb 24 Stunden verbrauchen. Überleitungsgeräte alle 24 Stunden wechseln.

Nahrung wird zu schnell verabreicht
Nahrung langsam einschleichen; bestehende Flussrate herabsetzen.

Nahrung wird zu kalt verabreicht
Nahrung mindestens bei Zimmertemperatur verabreichen, evtl. leicht erwärmen.

Zu geringe Flüssigkeitszufuhr
Flüssigkeitsbedarf von ca. 2,4 l/Tag für den Erwachsenen berücksichtigen (zusätzliche Flüssigkeitsverluste, z.B. bei Fieber, in die Rechnung mit einbeziehen).

Patient toleriert Ballaststoffmenge nicht
Ballaststofffreie mit ballaststoffreicher Sondenkost kombinieren.

Simultane Medikamenteneinnahme
Medikament gegebenenfalls absetzen (z.B. Eisenpräparate)

Motilitätsstörungen
Täglich ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen per Bolus über die Sonde verabreichen; Arzt hinzuziehen.

Das Verstopfen der Sonde kann durch die ordnungsgemäße Pflege der Sonde verhindert werden. Hierzu gehört der richtige Umgang mit Medikamenten, die durch die Sonde appliziert werden. Bei Unterbrechung der Sondenernährung sollte die Sonde mit einer geeigneten Flüssigkeit gespült werden, damit sich Nahrungsreste in der Sonde nicht festsetzen können. Insbesondere dünnlumige Sonden verstopfen leicht. Als Spülflüssigkeit eignet sich abgekochtes (und anschließend abgekühltes) Leitungswasser oder auch stilles Mineralwasser. Im Durchschnitt reichen pro Spülung ca. 20-30 ml Flüssigkeit aus. Säfte ebenso wie Früchtetee sind aufgrund der darin enthaltenen Fruchtsäure als Spülflüssigkeit ungeeignet (sie führen zur Ausflockung der Nahrung und dadurch zu Verstopfungen der Sonde)! Die Spülflüssigkeit kann entweder direkt in die Sonde gegeben oder über den Zweiwegehahn am Überleitungsgerät zugespritzt werden.

Wird die Sondenernährung über längere Zeit (Tage oder Wochen) ausgesetzt, ist eine tägliche Spülung der Sonde trotzdem notwendig.

Das Spülen mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser oder Pepsinwein (in der Apotheke erhältlich) kann leichte Sondenverstopfungen lösen.